1. Empfehlungsfrage – Den Dämon besiegen
FPV Podcast - Folge 4
Das größte Lob für Sie als Verkäufer ist es, wenn eine fremde Person konkret nach Ihnen fragt:
„Frau Beraterin | Herr Berater, hätten Sie auch einmal Zeit für mich. Mein Arbeitskollege hat Sie mir empfohlen und ich wollte fragen, ob Sie mich auch einmal beraten könnten?“
Damit dies nicht nur einmal im Jahr geschieht und dem Zufall überlassen wird, empfehlen wir jedem Verkäufer sich mit seinem Empfehlungsmanagement konkret auseinanderzusetzen.
Als Dämon bezeichnen wir einen inneren Interessenkonflikt. Der Begriff dient somit als Synonym für:
Ihren inneren Schweinehund
Jede Form von Vorbehalten
Ihre persönliche Zurückhaltung
Abneigung dem Thema generell gegenüber
Bauschmerzen, bis hin zur Angst.
Dieser Dämon entsteht bei uns Verkäufern durch Äußerungen und Sichtweisen wie:
„Ist es nicht viel zu aufdringlich?“
„Ich persönlich würde es auch nicht wollen, wenn man mich um eine Empfehlung bittet!“
„Wenn der Kunde mich gut findet, wird er mich schon von selbst weiterempfehlen!“
Und so vergeht eine Beratung nach der anderen und die Empfehlungsfrage wird gar nicht, sehr defensiv oder sehr unglücklich gestellt. Ebenfalls wächst der Dämon durch eine oftmals komplett überzogene Erwartungshaltung.
„Jetzt habe ich schon 10 Kunden gefragt, und keine Empfehlung erhalten – ich habe doch gesagt, dass das Mist ist und ich das nicht kann!“
Dann gibt es noch die Vorgehensweisen aus den Zeiten des „Hardsellings“: Als Trainer und langjährige Finanzdienstleister haben auch wir wirklich schreckliche Empfehlungsfragen kennen lernen müssen. Lassen Sie uns an dieser Stelle noch einmal Ihren Dämon füttern! Die aufdringlichsten Vorgehen waren:
Der Berater legt ein leeres DinA4-Papier und Kugelschreiber auf den Tisch – verabschiedet sich mit den Worten „Ich geh kurz noch die Unterlagen und Kopien holen – in der Zeit können Sie 10 Personen notieren die für eine solche Beratung noch in Frage kommen“.
Nachdem auf die Empfehlungsfrage spontan keine Antwort kam, nötigt der Berater seinen Kunden die Kontakte in seinem Mobiltelefon gemeinsam mit ihm durchzugehen.
Die aufdringlichen und penetranten Empfehlungsfragen bei Privatvorführungen (Küchengeräte, Staubsauger, Geschirr und Kochtöpfe,…).
Gewinnspielteilnahme durch die Herausgabe von Kontaktdaten.
Wenn der Dämon noch klein ist
Ihren Dämon besiegen Sie am besten, in dem Sie diesen erst gar nicht entstehen lassen – also von Anfang an bei jedem Gespräch die Empfehlungsfrage stellen. Wenn der Dämon noch klein ist, hilft meistens schon die reine Logik. Die Logik sieht in unseren Augen wie folgt aus:
Realistische Erwartungshaltung

Mehr als Nein sagen, kann der Kunde nicht
Kein Kunde wird Ihnen böse sein, wenn Sie nach einer Empfehlung fragen. Das gehört dazu. Jedes Produkt, jeder Zeitungsartikel, jede Internetseite, jedes Hotel möchte anschließend eine Bewertung von Ihnen. Warum sollten Sie das nicht machen? Wenn Ihr Kunde Sie nicht weiterempfehlen möchte oder ihm dazu niemand einfällt, so steht ihm dies komplett frei. Nur geben Sie ihm doch bitte die Chance – fragen Sie ihn doch!
Wenn der Dämon schon größer ist
Schadet es mir und meinem persönlichen Erfolg, wenn ich meinen Kunden nach Empfehlungen fragen werde
Wie viele Kunden haben mich bereits verlassen, weil ich Sie nach einer Empfehlung gefragt habe?
Wie viele Kunden werden mich wohl verlassen, wenn ich Sie nach einer Empfehlung frage?
„Nein – es schadet nicht!“
„Kein Kunde hat wegen einer Empfehlungsfrage jemals gekündigt!“
„Und es wird auch keiner kündigen!“
Unser Buchtipp:
Erfolgsjournal – von Finanzprodukte Verkaufen
Das Erfolgsjournal für Finanzberater
Im Laufe der Zeit wird diese Vorgehensweise ein konkretes Muster aufweisen. Darüber hinaus werden Sie zwei, drei Formulierungen finden, die Ihnen persönlich gefallen und anhand der Reaktion der Kunden auch nachweislich erfolgreich sind.
Unser Versprechen: Sind Sie in Ihrem Tagebuch auf Seite 100 (=100 Kundengespräche) angelangt, gibt es Ihren Dämon nicht mehr.
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